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Sind Einwilligungen wirklich immer notwendig?

Formulare für die Zustimmung zur Datenverarbeitung oft überflüssig

Bild: Billion Photos/Shutterstock

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Mit der EU-DSGVO haben Einwilligungen einen völlig neuen Stellwert bekommen. Die Zeiten, in denen man einfach so an alle seine Kunden Werbeanschreiben verschicken konnte, war mit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung vorbei. Seit Mai 2018 geht ohne Einwilligung des Kunden oder Betroffenen gar nichts mehr. Erst wenn Kunden oder Betroffene zugestimmt haben, ist es erlaubt, sie anzuschreiben oder deren personenbezogene Daten zu verarbeiten.

Vielen Verantwortlichen ist bei dieser Nachricht bange geworden. Darum gingen viele lieber auf Nummer sicher. Eine Flutwelle von Einwilligungsformularen überschwemmt seitdem die Geschäftswelt. Wahrscheinlich hat jeder von uns in den vergangenen Jahren unzählige dieser Einwilligungen, Erklärungen, Einverständniserklärungen, Zustimmungen usw. unterschrieben oder unterschreiben lassen.

Viele stellten sich die Frage: Braucht man das wirklich immer? Die gute Nachricht lautet: Nein, jedenfalls wenn es um die Einwilligung im Sinne der DSGVO geht.

Wann ist keine Einwilligung nötig?

Nehmen wir als Beispiel einen Handwerker und einen Frisör: Beide müssen erst einmal keine Einwilligungen einholen.

Sowohl der Friseur als auch der Handwerker dürfen für eine Terminvereinbarung Vor- und Zunamen und Telefonnummer des Kunden erfragen. Der Handwerker benötigt zudem noch die Liefer- oder Rechnungsadresse des Kunden, wenn er etwa ein Bad renovieren soll. Die Adressen braucht er nicht nur für sich selbst, sondern auch für Lieferanten, die weitere Dienstleistungen erbringen sollen, z. B. das Liefern einer Badewanne.

Beide, Handwerker und Frisör, dürfen diese Daten ohne schriftliche Einwilligung verwenden und weitergeben: Sie benötigen diese Daten zur Ausführung ihrer Dienstleistung, also zum Zweck der Badrenovierung oder zum Zweck des Frisörbesuchs.

Ab wann ist eine schriftliche Einwilligung nötig?

Wollen Handwerker und Frisör ihre Kunden über Sonderangebote oder spezielle Produkte in einem Newsletter oder per Werbeanschreiben informieren, müssen sie vorher eine Einwilligung dafür eingeholt haben.

Wie bekommt man von einem Kunden diese Einwilligung?

Ganz einfach: Man bittet den Kunden, sich in die Newsletter-Empfängerliste einzutragen. Damit hat er seine Einwilligung gegeben, Werbeanschreiben zu erhalten.